Berliner Wein – ein Selbstversuch
Es ist so rar wie ein Romanée-Conti Grand Cru aus Burgund, es ist fast genauso schwer zu bekommen, aber es ist ca. 5000 € pro Flasche billiger. Berliner Wein. Im letzten Winter hatte ich es geschafft, eine Flasche Jasmin 2009 vom Britzer Weingut zu ergattern. Ich konnte ihn auch probieren, bei ca. 0 °C draußen im Dezember, er war speziell, aber ok. Heute haben wir die Flasche probiert. Es war immer noch eigenwilig, Jasmin wird aus Isabella, einer amerikanischen Hybridrebe aus Vitis labrusca, also einer anderen Spezies als der europäische Wein, Vitis vinifera, gewonnen. Nach der Reblausplage hatte man sie in Europa wegen ihrer Resistenz gepflanzt. Der Chef des Britzer Weinguts hatte sie aus seiner Heimat, Moldawien, wenn ich mich nicht irre, mitgebracht, wo sie noch heute angepflanzt wird. In der Nase war er überintensiv, am ehesten mit Jasmin vergleichbar, daher der Name des Weins, mit einer leichten Alterungsnote. Im Mund schmeckte man dann, daß der Wein schon drüber war. Wir tranken noch ein paar Ehrenschlücke auf das seltene Gewächs, der Rest wanderte in den Orkus.
Fazit: Wenn man’s denn trinken will, dann jung, eigentlich sofort. Vielleicht haben sie zu wenig geschwefelt, wer weiß es….. Auf jeden Fall waren wir alle sehr dankbar, so etwas mal probieren zu dürfen – sowohl Wein aus Berlin, als auch ein Wein aus Vitis labrusca, was keiner von uns bisher kannte.
